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Grün & Fair: nachhaltiger Tourismus
"Nachhaltigkeit ist Zukunft", mit diesen Worten schloss Moeketsi Mosola, CEO von South African Tourism, seine Rede anlässlich der Ehrung Kapstadts durch das renommierte New Yorker Ethisphere Institut als eine der „grünsten“ Städte der Welt. Die Stadt am Kap liegt gemeinsam mit neun anderen Städten im Rennen, im Jahre 2020 eines der globalen Zentren für Nachhaltigkeit zu werden. Kapstadt steht bereits jetzt im Zentrum eines landesweiten Trends, der sich vor allem im Tourismus bemerkbar macht: in ganz Südafrika wird Nachhaltigkeit zunehmend groß geschrieben. Das Land, durch seine zahlreichen Naturschätze, hervorragend gemanagten Nationalparks und artenreiche Fauna und Flora, eine der weltweit am schnellsten wachsenden und beliebtesten Urlaubsdestinationen, hat erkannt, dass es seine wichtigste Ressource schützen und bewahren muss.
Zahlreiche südafrikanische touristische Unternehmen haben bereits umweltfreundliche
Maßnahmen, die so wenig wie möglich in die Ökosysteme eingreifen, umgesetzt. Dazu
gehören unter anderem die Energiegewinnung durch Solaranlagen, eine
umweltverträgliche Bauweise mit natürlichen Materialien sowie die Aufforstung der Natur
mit einheimischen Pflanzen.
Das Madikwe Wildreservat in der Nord-West-Provinz ist ein gutes Beispiel für verantwortungsbewussten Umgang mit der Natur. Alle Lodges betreiben Abfalltrennung und sortieren in Zusammenarbeit mit der Gemeinde recyclebare Produkte. Geplant ist, dass in der Zukunft 90% des im Wildreservats verursachten Mülls recycelt werden kann. Bereits heute wird das Abwasser aufbereitet und zur Bewässerung der Natur eingesetzt. Nachhaltigkeit bezieht sich jedoch nicht alleine auf das Erhalten der Natur. Auch der Mensch soll vom Tourismus provitieren und nicht überrannt werden. Die Organisation FTTSA (Fair Trade in Tourism South Africa) setzt auf fairen Handel und somit auf verantwortungsvolleren, sozialeren Umgang mit dem Tourismus. Momentan gehören 40 Lodges, Camps und Tourismusanbieter von einfach bis luxuriös zum Netzwerk der Non- Profit Organisation. Grundziele sind die Sicherung eines fairen Arbeitslohnes, die Schaffung humaner Arbeitsbedingungen sowie die Beteiligung benachteiligter Bevölkerungsgruppen. Insgesamt soll der Tourismus für die Menschen vor Ort integrativer gestaltet werden. Das geschieht vor allem im Zuge sogenannter Community- Projekte, die der ortsansässigen, meist schlecht ausgebildeten Bevölkerung die Chance geben, an der Tourismusentwicklung ernsthaft teilzunehmen und davon zu profitieren - sei es als Angestellte oder mittelfristig auch im Management.
Südafrika gilt mit der Etablierung dieses Labels weltweit als Vorreiter. Die strengen
Aufnahmekriterien konnten in der Vergangenheit Tourismusbetriebe wie unter anderem
die Lodges der Singita Group, das Groß-Weingut Spier oder kürzlich die Hog Hollow
Country Lodge erfüllen. Die Phumulani Lodge am Eingang zum Krüger-Nationalpark ist
ein erfolgreiches Beispiel für gemeindeeigenen Tourismus in Südafrika. Das
Gemeinschaftsprojekt des Mdluli Stamms, das 2005 von FTTSA als
sozialverantwortliches Tourismusprojekt ausgezeichnet wurde, begann als eine der
ersten Lodges, erfolgreich gegen das Problem der Wanderarbeit in wirtschaftlich
schwachen Regionen anzukämpfen.
Die luxuriöse Grootbos Lodge im gleichnamigen privaten Naturreservat gilt mit ihren Sozialprojekten als besonders vorbildhaft. Die Initiativen „Green Futures College“ und „Spaces for Sport“ sollen vor allem jungen Menschen eine Perspektive bieten. Grootbos wurde mehrfach für sein Engagement im Sozial- und Umweltbereich ausgezeichnet, zuletzt 2006 mit dem Condé Nast Traveller Award für Ökotourismus sowie 2007 durch den Virgin Responsible Toursim Award.
Auch Touranbieter wie Calabash Tours aus Port Elizabeth konnten sich für das Label zertifizieren. Neben Touren in den Addo Elephant Park bietet das Unternehmen auch Townshiptouren in Port Elizabeth an. Als Reiseleiter sind ehemals Arbeitslose aus den lokalen Kommunen angestellt, Lebensmittel und andere benötigte Güter werden aus den umliegenden Geschäften bezogen.